Tilda Swinton & Ryan McGinley für Pringle of Scotland

11.02.2010 | Pepe | Kommentieren

Denkt man an die Schottin Tilda Swinton, sieht man sie in ihren besten Rollen vor sich. Sie ist eine Frau, die nicht weiblich und nicht männlich wirkt, aber geschlechtslos auch nicht. Vielleicht liegt es daran, dass man meist den ungewöhnlichen und deshalb schwer ins Darstellende umsetzbare Charakter wahrnimmt, wie in dem nach Virgina Wolfs verfilmten Roman Orlando. Durch ihre Rolle als Adeliger, der 400 Jahre lebt und sich in dieser Zeit vom Mann zur Frau umwandelt, gelang ihr der Durchbruch.

Einen Durchbruch, oder sagen wir doch eine Durchsetzung gegenüber anderen Labels, so wie ihn die 195 Jahre alte Traditionsmarke ‘Pringle of Scotland zur Zeit benötigen könnte. Dank neuem Fahrtwind im Team des Hauses entdeckt man Schwächen und Stärken und setzt nun endlich die Segel. Der neue Kapitän ist keine neue Designerin, sondern die neue Geschäftsführerin Mary-Adair Macaire. Ein genialer Zug im Meer der Marken, denn Macaire hat bei ihrer vorherigen Tätigkeit bei Chanel ihre Hausaufgaben gemacht und gelernt, wie wichtig es ist, den Kern der Dinge zu erfassen, um ihn dann mit den richtigen Mitteln erfolgreich zu inszenieren.

Was bei Chanel das Tweed-Kostüm, ist das Twinset von Pringle! Vergangenen Sommer erst setzte die Firma noch eine Hommage an das gute Stück aus Omas Zeiten, indem man es als Printversion auf eine T-Shirt-Sonderedition klatschte, statt das man es gleich hätte produzieren lassen. Manchmal braucht es halt ein neutrales Auge, das erkennt, was geändert werden muss.

Mit dem von Ryan McGinley gedrehten Kurzfilm und Tilda Swinton als wandelnde Suchende durch die schottischen Highlands beweist Pringle, dass man es mit einem Medienkaleidoskop zum Ziel des Wahrgenommen-Werdens schafft. Regisseur und Künstler McGinley war, wie sich nun zeigt, die perfekte Wahl. Inspiriert von der Arbeit ”Notes Sur Le Cinématographe” des Franzosen Robert Bresson zeigt das Werk geanau das, was man mit dem Namen ‘Pringle of Scotland’ assoziert: Das unergründliche, mystische Schottland mit seiner rauhen Landschaft geprägt von wild wachsenden Gräsern und alten Steinruinen. Tilda Swinton erweist sich abermals in ihrem Sujet, in welchem sie 2008 für ihre Rolle in ‘Michael Clayton’ einen Oscar gewann, als ein Wesen, das eher das Kleid zum Strahlen bringt, als das Kleid die Trägerin.

Erst zum Ende des Jahres wird sich jedoch zeigen, ob das neue Fahrwasser des schottischen Unternehmens einen Erfolg erzielt hat. Vielleicht schon mit den vergangenen und beinahe in Vergessenheit geratenen Twin-Sets. In jedem Fall hat Pringle mit diesem Film und den aktuellen Kollektionen die besten Voraussetzungen gesetzt.

Empfehlenswert ist auch der detailierte Bericht von Silke Wichert für Welt Online.

Video: Pringle of Scotland – Tilda Swinton Ryan McGinley Film

1 Kommentar zu “Tilda Swinton & Ryan McGinley für Pringle of Scotland”

  1. Kat sagt:

    sie ist solch ein ätherisches wesen, einfach großartig!

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