L’Officiel Hommes – Die deutsche Ausgabe

11.03.2010 | Pepe | Kommentieren

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Es begann Mitte der 90er als sich Magazine vermehrt dem Modestil des männlichen Geschlechts annahmen. Leider hatten jedoch auch solche Magazine den negativen Beigeschmack, sich in einer Leserschaft bestehend aus Tittenalarm schreienden und Proteinshake drinkenden ADAC-Abonennten versetzt zu fühlen.

Die Zeiten haben sich geändert. So erkennt man mittlerweile den neuen Markt (Frauen passĂ©, Männer olĂ©) und setzt auf mutigere Stylekombinationen in Fotostrecken. Damit verschwunden Beiträge wie “Wieviele Crunches braucht es zum Sixpack” und “Wie werbe ich um das Herz einer fast nackten, sich am Ferrari reibenden Brasiliana-Frau”.

Aber wie kam es dazu? Eine Erklärung findet sich vielleicht in der aufkommenden Bewegung Homosexueller. Eine Gegenbewegung zur Testosteron geladenen Böhse-Onkelz-Fraktur. Zwei Kulturen, die ungefähr genauso viel gemeinsam hatten wie Prada-Schuhe und Springerstiefel. Dass man die Gesellschaft also langsam an ein für die Männer fremdes Thema heranbringen musste, ist somit klar. Ebenso klar dürfte damit auch sein, dass man im Zeitalter von Bundeskanzlerinnen und weinenden Fußballstars Homosexualität nicht mehr als Brennfeuer in Medienskandalen anbringt, sondern man sich viel eher um das Wesentliche kümmert.

Wenn Mode gesellschaftliche Bewegungen wiederspiegelt, so dĂĽrfte man in der allerersten Ausgabe von L’Officiel Hommes auf Themen treffen, die fĂĽr jene Männer konzipiert wurde, deren Kleiderschränke mehr hergeben als s.Oliver und Esprit, die den Kulturteil ebenso interessant finden wie Hautpflegeprodukte und die sich erstrecht von jeglichen sexuellen Orientierungsfragen distanzieren, um sich somit dem Eigentlichen zu widmen: Mode und moderelevanten Themen.

Laut Pressedienst Kress scheint das Magazin gelungen zu sein, denn dort schreibt man: “Zwischen den ganzen Bildern verbergen sich lesenswerte Inhalte, auch zu den Genres Film, Kunst, Musik, Designer-Porträts und -Reportagen, Beiträge zu anspruchsvollem Kino, elektronischer Musik oder Pop-Art oder ein kurzes StĂĽck zum neuen New-Yorker Männer-Store von Hermès, um nur einige zu nennen. ‘L’Officiel Hommes’ gelingt damit ein StĂĽck weit die Emanzipation von den weiblichen Pendants, gleichzeitig entfernt sich der Titel aber nie von seinem Schwerpunkt, der klar auf Mode liegt.”

Viel Erfolg, L’Officiel Hommes!

Photo: L’Officiel Hommes Germany

7 Kommentare zu “L’Officiel Hommes – Die deutsche Ausgabe”

  1. Antonin sagt:

    ein wirklich sehr gelungenes Magazin!! – wunderschöne Fotostrecken! I like!!.. =)

  2. Stephano sagt:

    Ich habe mir gerade das Magazin gekauft. Im Vergleich zur GQ Style sehr viel anspruchsvoller und besser. Das meiner Meinung nach beste Herren-Modemagazin auf dem deutschen Markt.

  3. JĂ©rĂ´me sagt:

    Ja, ganz meiner Meinung… Das einzige deutsche Fashion-Magazin fĂĽr Männer auf internationalem Niveau!

  4. Veyron Graves sagt:

    Where can one buy the magazine in FFM? Regards ~ Veyron

  5. Antonin sagt:

    You’ll find it at the newspaper shop at Hauptwache, they even have it on display. If you can’t find it ask them, they should still have it.. =) Hope that helps..

  6. Vio sagt:

    Schade, dass die tolle Typografie und kreative Gestalltung in der neuen Ausgabe Nr.5 einem äuĂźeste schlichten bis einfachen Layout mit femininem Touch gewichen ist. Der ” WOW”- Effekt der mich bei den ersten Heften so begeisterte, ist weg. Adieu LĂłfficiel Hommes Deutschland.

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