L’Officiel Hommes – Die deutsche Ausgabe

11.03.2010 | Peter | Kommentieren

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Wie sehr habe ich mir als 16jähriger gewĂĽnscht, ein deutsches Fashion Magazin in der Hand halten zu können. Mit Men’s Health, GQ und FHM kĂĽmmerten sich zwar Moderedaktionen Mitte der 90er auch mal ausschlieĂźlich um den Stil des männlichen Geschlechtes, leider hatten aber die damaligen Beiträge den negativen Beigeschmack, sich in eine Leserschaft bestehend aus Tittenalarm schreienden und Proteinshake drinkenden ADAC-Abonennten versetzt zu fĂĽhlen. Der Frust war hoch, denn das Ergattern einer Apothekenrundschau oder eines katholischen Käseblättchens hatte in ländlichen Regionen eine höhere Wahrscheinlichkeit als der Kauf einer Vogue.

Die Zeiten haben sich geändert. Auch bei GQ und FHM. So erkennt man mittlerweile den neuen Markt (Frauen passĂ©, Männer olĂ©) und setzt auf mutigere Stylekombinationen in Fotostrecken. Damit verschwunden Beiträge wie “Wieviele Crunches braucht es zum Sixpack” und “Wie werbe ich um das Herz einer fast nackten, sich am Ferrari reibenden Brasiliana-Frau”.

Aber wie kam es dazu? Eine Erklärung findet sich vielleicht in der aufkommenden Bewegung Homosexueller. Eine Gegenbewegung zur Testosteron geladenen Böhse-Onkelz-Fraktur. Zwei Kulturen, die ungefähr genauso viel gemeinsam hatten wie Prada-Schuhe und Springerstiefel. Dass man die Gesellschaft also langsam an ein für die Männer fremdes Thema heranbringen musste, ist somit klar. Ebenso klar dürfte damit auch sein, dass man im Zeitalter von Bundeskanzlerinnen und weinenden Fußballstars Homosexualität nicht mehr als Brennfeuer in Medienskandalen anbringt, sondern sich viel eher um das Wesentliche kümmert. Mit diesem Aspekt wendet man sich hoffentlich und vermutlich vom Bild des rosafarbenen Schwuchtel-Stückes ab und vergisst damit Anzeigen mit gruppenkuschelnden Männermodels.

Wenn Mode gesellschaftliche Bewegungen wiederspiegelt, so dürften wir in dieser allerersten Ausgabe auf Männer treffen, deren Kleiderschrank mehr hergibt als S.Oliver und Esprit, die den Kulturteil ebenso interessant finden wie Hautpflegeprodukte und die sich erstrecht von jeglichen sexuellen Orientierungsfragen distanzieren, um sich somit dem Eigentlichen zu widmen: Mode und moderelevanten Themen.

Laut Pressedienst Kress scheint das Magazin gelungen zu sein, denn dort schreibt man: “Zwischen den ganzen Bildern verbergen sich lesenswerte Inhalte, auch zu den Genres Film, Kunst, Musik, Designer-Porträts und -Reportagen, Beiträge zu anspruchsvollem Kino, elektronischer Musik oder Pop-Art oder ein kurzes StĂĽck zum neuen New-Yorker Männer-Store von Hermès, um nur einige zu nennen. ‘L’Officiel Hommes’ gelingt damit ein StĂĽck weit die Emanzipation von den weiblichen Pendants, gleichzeitig entfernt sich der Titel aber nie von seinem Schwerpunkt, der klar auf Mode liegt.”

Mit diesen Worten freue ich mich, dass ich meinem Jugendtraum ein StĂĽck weit näher gekommen bin und bedanke mich an dieser Stelle beim Macher-Team, insbesondere jedoch bei Chefredakteurin Lâle Aktay, die sich damit an einen neuen Abschnitt in der Männerwelt herantraut. Viel Erfolg, L’Officiel Hommes!

Photo: L’Officiel Hommes Germany

7 Kommentare zu “L’Officiel Hommes – Die deutsche Ausgabe”

  1. Antonin sagt:

    ein wirklich sehr gelungenes Magazin!! – wunderschöne Fotostrecken! I like!!.. =)

  2. Stephano sagt:

    Ich habe mir gerade das Magazin gekauft. Im Vergleich zur GQ Style sehr viel anspruchsvoller und besser. Das meiner Meinung nach beste Herren-Modemagazin auf dem deutschen Markt.

  3. Jérôme sagt:

    Ja, ganz meiner Meinung… Das einzige deutsche Fashion-Magazin fĂĽr Männer auf internationalem Niveau!

  4. Veyron Graves sagt:

    Where can one buy the magazine in FFM? Regards ~ Veyron

  5. Antonin sagt:

    You’ll find it at the newspaper shop at Hauptwache, they even have it on display. If you can’t find it ask them, they should still have it.. =) Hope that helps..

  6. Vio sagt:

    Schade, dass die tolle Typografie und kreative Gestalltung in der neuen Ausgabe Nr.5 einem äuĂźeste schlichten bis einfachen Layout mit femininem Touch gewichen ist. Der ” WOW”- Effekt der mich bei den ersten Heften so begeisterte, ist weg. Adieu LĂłfficiel Hommes Deutschland.

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