Der deutschen Mode Hoffnung

10.07.2011 | Pepe | Kommentieren

Wenn wir an die Berlin Fashion Week denken, so ist unser Bild durch die Berichterstattung der Medien geprĂ€gt. Wie auch dieses Mal. Boris Becker und das neue T-Shirt-Label seines SprĂ¶ĂŸlings im Berliner U-Bahn-Schacht, ein Designer, der mit BrautstrĂ€ußchen den Catwalk entlang schreitet, Streetstyles, die authentisch, aber weniger inspirativ wirken, eine handvoll wunderbarer Kollektionen prĂ€sentiert im Massenzelt der Superlative, oder Front Row Sternchen bestehend aus Serienstars und Dschungel-Vamps. Nicht zu vergessen Heidis Models aus den letzten Staffeln. Ein Konklomerat des schlechten Geschmacks, das durch das grauenvoll-unĂ€sthetische Mercedes Benz Plakat alljĂ€hrlich prophezeit zu sein scheint. Selbst wenn dahinter Namen wie Richardson und Stam stehen.

Wenn man sich erneut in seiner Ansicht, die Berlin Fashion Week habe einzig und allein den positiven Effekt einer Kontaktbörse, bestĂ€tigt fĂŒhlt, kommt Vogue daher.

Christiane Arp prĂ€sentierte zum ersten Mal wĂ€hrend jener Tage im eigens geschaffenen Salon im Hotel de Rome die Arbeiten vier handverlesener Designer (siehe Bilder). Auch wenn Vogue bereits unzĂ€hlige Male deutsche Jungdesigner in ihren Ausgaben eingebunden hat, PortrĂ€ts einzelner ModehĂ€user verfasst oder gar durch Specials, wie das kĂŒrzlich bei Maendler organisierte RenĂ© Storck Event, die jungen Kreativen featured, so hatte der Vogue Salon fĂŒr mich ein klares Statement: Wenn es die Fashion Week Berlin nicht schafft, dann sorgen wir fĂŒr das richtige Gesicht der deutschen Mode!

René Storck

Neben der Hugo Boss Show war dieser kleine, aber hochexquisite Showroom das Einzige, was -abgesehen von Presse und den besten HĂ€ndlern- vor allem fĂŒr das richtige Ambiente sorgte. Insbesondere zeigte auch Frau Arp, welche Macht die Vogue besitzt. Ein hevorragendes GefĂŒhl der Genugtuung, der reinsten Befriedung, dass endlich jemand der MĂ€chtigen nicht nur sagt, sondern auch zeigt, wie der Hase zu laufen hat.

Michael Sontag | Vladimir Karaleev

Im Interview mit dem Zeit Magazin sagte sie: “Wir mĂŒssen die BĂŒhnen schaffen, auf denen sich junge Talente mit ihrer Mode prĂ€sentieren und entfalten können. Ich spĂŒre, dass sich in Deutschland etwas entwickelt, dass eine Generation von selbstbewussten, talentierten Modedesignern heranwĂ€chst. Nun geht es darum, dass wir ihnen vertrauen. Ich habe Mode made in Germany gesehen, die mich wirklich begeistert.”

Wenn es nach mir geht, dann sollte Vogue aus dem bereits positiven Feedback der Presse ein Fazit ziehen und gleich im nĂ€chsten Jahr wĂ€hrend der Fashion Week einen Tag im Namen der Vogue hinterher donnern. Fashion Shows made by Vogue! Ach ja, und was die Frage bezĂŒglich Sponsoren anbelangt, so mache ich mir darum die geringsten Sorgen.
Denn wenn Vogue ruft, dann kommen sie alle!

Augustin Teboul

Photos: Christiane Arp via Condé Nast, René Storck, Sontag, Karaleev, Augustin Teboul via Couture-Society.com

2 Kommentare zu “Der deutschen Mode Hoffnung”

  1. sylvie sagt:

    danke fĂŒr den tollen artikel!

  2. Corinna sagt:

    Toll geschrieben.

Antwort

Ein Kommentar-Profilbild erhältst du durch die Registrierung auf gravatar.com