Heraus aus dem Alltag fand ich mich inmitten spannender Menschen wieder. Anlass war eine Geburtstagsfeier in Hamburg. Und so saß ich staunend auf dem Sofa und betrachtete das Interior des Gastgebers. Plötzlich vernahm ich eine dynamische Frauenstimme, die von Yoga sprach. Mein Interesse war geweckt: Wer ist diese Sanskrit-Erzählerin? Ich liebe Menschen, die Storys auf Lager haben, die ihr Fachwissen kund geben und mit unterschwelligem Humor meine Mundwinkel in die Vertikale treiben. Im Laufe des Abends eröffnete sich mir die Chance, mehr über ihr Leben zu erfahren. Aber stattdessen erfuhr ich wichtiges über die Lebensphilosophie der Menschheit: “Du musst Dich einfach nur in den Fluss des Lebens schmeißen. Einfach reinspringen und nicht nachdenken.” Wow, sie sagte es mit einer solchen Gelassenheit, so dass ich den Grund für diesen entspannten Eifer nur im Yoga sah. Jetzt suche ich nach Kursen. Eine Matte habe ich schon gesichtet. Sie macht einen rutschfesten Eindruck. Denn schließlich muss ich fit bleiben, um noch ins Wasser zu hüpfen. “Leben, ich komme!”
( YogaMatte von Adidas by StellaMcCartney / ca. 60 € / Bildquelle: Adidas.com)
Erkältungen oder Krankheiten im Allgemeinen sind völlig unnötig. Gerade wenn mir dann Leute erzählen wollen, dass das ein Zeichen für irgendetwas sei. Zum Beispiel wenn der Schnupfen dafür stehe, dass ich die Nase voll hätte und Ruhe bräuchte. Also Ihr lieben Esoteriker: Eine Erkältung nervt nur! Husten, niesen, fiebern… das brauch ich nicht. Ihr solltet mir lieber sagen können, was da hilft. Für so was finde ich Euch dann auch wieder toll. Wenn eine Erkältung allerdings länger dauert, dann sollte man einfach nur froh sein, eine große Tasche zu besitzen, die jeden Tag einsatzbereit ist. Außerdem sollte sie die große Menge an Medikamenten & Co aufnehmen können. Wenn sie darüber hinaus mit Feinstrickwaren kombinierbar ist, dann kann es sich auch nur noch um ein Exemplar handeln: Die stilvolle Ledertasche für All-Day-Situations von Marc Jacobs. Eine Freundin ist der Ansicht, dass der Besitz der Tasche eine Gefahr berge: Man wolle gar nicht mehr gesund werden!
Die Macarons waren verzehrt und wieder lag vor mir ein Blick auf eine Flasche Martini in einem leeren Kühlschrank. Keine Butter, kein Brot, kein gar nichts. Also hieß es: Stiefel, Jeans und Strickjacke an und hinein in die Konsumwelt. Auf meinem Gang zur Bäckerei kam ich an meinem Lieblingsinteriorgeschäft `CriCri´ vorbei. Deshalb ging es mal auf einen Sprung die Produkte von Lambert und Bassetti beäugen. Kaum die Ladentür betreten, kam mir meine über alles geliebte Duftnote von Maiglöckchen entgegen. Da hätte ich glatt auf mein Croissant mit Café verzichten können. Als ich allerdings vor dem Dibbern-Geschirr stand und zwischen der rießig großen Farbpalette die neue Herbst/Winter-Kollektion entdeckte, wurde der Gedanke an ein Frühstück wachgerüttelt. Und so saß ich wenig später in meiner Küche mit einigen Talern weniger auf dem Konto, dafür aber mit Goldrand am Teller.
Dank meines Bruders war ich im Besitz einer Tageskarte und so schlenderte ich auf der Buchmesse von Reclam zu Co, leider ohne ein Buch gefunden zu haben. Nach Papiergeruch in Hochdosis und Kindergeschrei hatte ich das dringende Bedürfnis, meinen Nikotinspiegel aufzufrischen. Im Innenhof erspähte ich irgendwann, ziemlich versteckt in einer Ecke, eine mit Samt ausgelegte Holzkiste, aus der es geradezu funkelte. Mit dem ersten Goldstrahl, der meine Netzhaut berührte, konnte mich nichts mehr halten. Und so bahnte ich mir den Weg durch die Menge. Am Stand angekommen beobachtete ich einen in Lederschürze umhangenen Naturburschen, der Münzmotive aus ihren Runddungen in Feinstarbeit freigesägte. Ich begann ein Gespräch mit im über seine Arbeit und nachdem wir dann auch noch die halbe Welt durch hatten, erwartete mich eine Überraschung: Olli, der Münzschneider, lebt nicht nur in Essen, sondern auch für ein paar Wochen auf Koh Phangan. Meine Griechin und ich wollen in 2009 sowieso in den fernen Osten. Anscheinend läuft das ja jetzt schon wie geschmiert, denn nun bin ich in dem Besitz eines schicken Münzanhängers, einer hübschen Reisebegleitung, einer Unterkunft und eines Thailandexperten. Ach ja… nur ein Buch fehlt mir noch.